Die Bildungsreisen nahmen im 18. Jahrhundert ihren Anfang, als junge Männer aus Europas Oberschichten viele Monate lang auf sogenannte "Cavalier"-Touren geschickt wurden, um die Kunst, die Kultur und die Mitglieder führender Familien in anderen Ländern kennenzulernen. Heute muss man nicht unbedingt adelig oder sehr reich sein, um eine Bildungsreise unternehmen zu können. Allerdings sollte man sich für das interessieren, was man auf der Reise zu sehen bekommt. Nur dann macht eine Bildungsreise wirklich Spaß und wird einen nachhaltigen Effekt haben.
Grundsätzlich könnte man freilich jede Reise als "Bildungsreise" bezeichnen. Denn egal, wie kurz oder wie lang eine Reise ist, wie nah oder wie fern das Reiseziel auch liegen mag, man wird neue Eindrücke und Erfahrungen mit zurück nach Hause nehmen. Eine "Bildungsreise" im klassischen Sinn geht jedoch darüber weit hinaus. Bei ihr steht ein ganz bestimmtes Thema im Zentrum der Reise und das ist deutlich wichtiger als zum Beispiel der Erholungsfaktor, den eine Urlaubsreise sonst ja normalerweise vor allem zu bieten hat.
Eine Bildungsreise kann man auf eigene Faust unternehmen, keine Frage. Vor allem, wenn der Reisende sich noch in einem recht frühen Stadium eines neuen Hobbys oder eines interessanten Wissensgebietes befindet, ist das eine gute Idee. Wer etwa vom Römischen Reich fasziniert ist, der fährt oder fliegt nach Rom und wird auf Schritt und Tritt mit den Spuren der antiken Hochkultur konfrontiert. Das Forum Romanum und das Colosseum kann man eben einfach nicht übersehen. Wenn das Interesse und das Wissen aber weit über solche Anfänge hinausreichen, dann wird es schwieriger, eine zufriedenstellende Bildungsreise allein zu unternehmen. Dazu gehört sehr viel Vorbereitung. Hat man dazu keine Energie oder auch schlicht keine Zeit, dann wird eine Bildungsreise gebucht. Es gibt eine Menge Spezialveranstalter, die sich darauf spezialisiert haben. Selbst "alte Hasen" erleben auf solchen Reisen manchmal noch handfeste Überraschungen und sind begeistert, mit welchem Detailwissen sie nach Hause zurückkehren. Gute Bildungsreisen werden spätestens ab Ankunft am Zielort durchgängig von kompetenten Führern begleitet. Diesen professionellen Reiseexperten öffnet sich auch manche Tür, die dem allein reisenden Touristen verschlossen geblieben wäre.
Ein weiterer Vorteil der klassischen Bildungsreise ist die Tatsache, dass man in einer Gruppe unterwegs ist. Der Ehemann hat mit den Villen Palladios so ganz und gar nichts am Hut? Die Partnerin interessiert sich nicht im geringsten für byzantinische Heiligenmalerei? Macht ja nichts, dann fährt sie eben eine Woche in der Gruppe nach Italien und er macht sich mit anderen Bildungsreisenden auf nach Istanbul oder Kreta. Auf jeden Fall wird man sich hinterher viel zu erzählen haben!
Städtereisen sind pure Inspiration
Interessante Städte sind beliebte Ziele für lange Wochenenden und andere Kurzreisen. Für einen längeren Aufenthalt bieten sich große Städte meist nicht an. Nicht, weil man dort nicht genug zu sehen bekäme, im Gegenteil. Aber der Mensch kann nun einmal nur eine begrenzte Menge an Informationen aufnehmen und er kann im Regelfall auch nur eine begrenzte Anzahl von Kilometern am Tag laufen. Bei einer Städtereise wird er in beiden Kategorien über kurz oder lang an seine Grenzen gebracht. Mehr Infos über Städtereisen
Der Familienurlaub wird also von allen heiß herbeigesehnt und ist mit großen Erwartungen befrachtet. Damit deutet sich allerdings auch schon ein häufiges Problem an. Jedes Mitglied wird andere Erwartungen hegen und nicht nur das:
Mehr Infos: